Familiengottesdienst sorgt für klaren Blick

Pfarrverband Bad Birnbach am 19.11.2024

Info Icon Foto: Stefan Eder
Familiengottesdienst in Hirschbach

Der blinde Bartimäus war Thema des letzten Familiengottesdienstes.

„Ich sehe was, was Du nicht siehst, …“ Die­ses Spiel ken­nen vie­le Kin­der und Erwach­se­ne. Man kann es über­all spie­len, weil man nichts dazu braucht. Man­che Zeit wäh­rend einer lan­gen Auto­fahrt ist mit die­sem Spiel schon ver­kürzt wor­den. Manch­mal hat es recht lan­ge gedau­ert, bis der ande­re wuss­te, was er denn da sehen soll und wir selbst haben es manch­mal gar nicht ent­de­cken können.

Auch im täg­li­chen Leben tref­fen wir alle regel­mä­ßig auf Situa­tio­nen, die uns regel­recht blind wer­den las­sen: vor Neid, Hass, Lie­be oder vor Eifer­sucht. Dann ver­bau­en wir uns selbst die kla­re Sicht auf etwas und sehen nur noch schwarz. Pro­ble­me und Ängs­te, die sich vor uns auf­bau­en, las­sen uns blind wer­den für alles andere. 

In den Fami­li­en­got­tes­diens­ten in unse­ren Pfar­rei­en wur­de den Got­tes­dienst­be­su­chern anschau­lich dar­ge­stellt, wie es aus­se­hen kann, wenn man in solch einer Situa­ti­on steckt. Eine hohe Mau­er aus Schach­teln ver­bau­te einem Kind am Altar die Sicht, bis es schließ­lich gar nicht mehr zu sehen war. Auf den Schach­teln stand, was uns tag­täg­lich den Blick ver­bau­en kann: Stress in der Schu­le, am Arbeits­platz oder wenn man mit jemand mit­hal­ten möch­te und merkt, dass man es nicht schafft. Wenn man unter Druck gesetzt wird oder sich viel­leicht selbst zu sehr unter Druck setzt. 

Auch der blin­de Bar­ti­mä­us aus dem Evan­ge­li­um hat­te sei­ne Pro­ble­me. Er ver­lor jedoch nicht den Mut und rief Jesus immer wie­der laut­stark um Hil­fe an. Die­ser erhör­te sei­ne Bit­te und Bar­ti­mä­us wur­de gehol­fen. Wie er dür­fen auch wir um Hil­fe bit­ten, wenn wir nicht mehr wei­ter­wis­sen — bei Freun­den, in der Fami­lie oder bei einem Seel­sor­ger — und dür­fen die­se Hil­fe auch anneh­men. Die Fol­ge davon? Wir füh­len uns sofort befreit, unse­re ​„Mau­er“ wird ein­ge­ris­sen und unser Blick wird wie­der frei. Wie befrei­end das sein kann, zeig­ten die Kin­der am Ende der Got­tes­diens­te, als sie, für alle sicht­bar, die Mau­er am Altar ein­stür­zen ließen.Ein beson­de­rer Dank rich­te­te sich in allen Pfar­rei­en an Pas­to­ral­re­fe­ren­tin Tere­sa Aigner und die Fami­li­en­got­tes­dienst-Teams für die Vor­be­rei­tung die­ses unter­halt­sa­men und lehr­rei­chen Got­tes­diens­tes, natür­lich an alle Kin­der, die so zahl­reich an der Gestal­tung betei­ligt waren, sowie an alle, die die Got­tes­diens­te musi­ka­lisch beglei­tet haben. Ein beson­de­res ​„Zuckerl“ war in Hirsch­bach der Kin­der­chor, der hier mit sei­nen jun­gen Stim­men zur Berei­che­rung bei­getra­gen hatte. 

Damit alle Pfarr­an­ge­hö­ri­gen mit kla­rem Blick in die neue Woche star­ten konn­ten, gab es an den Kir­chen­aus­gän­gen für alle Got­tes­dienst­be­su­cher eine kna­cki­ge Karot­te, weil Karot­ten ja beson­ders gut für die Augen sein sol­len. – Karin Vogel

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