
Zwei Patrozinien, ein Geburtstag und sehr viel Freude über ein großes Geschenk – auf diesen Nenner kann man es bringen, wenn man die Geschichte der diesjährigen Patronatsfeste in Bayerbach und Langwinkl erzählt.
Beginnen wir mit dem Hintergrund: Pater David Gabriel beging kürzlich seinen 40. Geburtstag. Der indische Geistliche genießt in der Pfarrbevölkerung höchstes Ansehen, auch aufgrund seines Engagements für soziale Projekte. Pater David ist Missionar. Er gehört dem Orden des heiligen Franz von Sales an. Dieser Orden arbeitet an einem ganz besonderen Projekt: DeSIFMA. In Chennai, Tamilnadu, wurde eine Film- und Medienakademie gegründet. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, medienbezogene Kurse im Bearbeiten von Filmproduktionen und verwandten visuellen Medien für die armen Jugendlichen aus den ländlichen Gebieten Indiens anzubieten. Menschen also, die ansonsten kaum oder nur unter sehr großen Schwierigkeiten Zugang zu Bildung und Ausbildung haben. Chennai gilt als Drehscheibe für südindischsprachige Filme.
In Vorbereitung auf den 40. Geburtstag von Pater David entstand die Idee bei Emma Schwarzbauer und „Tante Emmas Supertruppe“, man könnte doch beim Bayerbacher Patrozinium (St. Petrus) einen Frühschoppen mit umfangreichem Kaffee- und Kuchenangebot anbieten. Gesagt, getan. Die Idee wurde Dank vieler helfender Hände nach dem Patroziniumsgottesdienst umgesetzt. Bürgermeister Günter Baumgartner zeigte sich überrascht ob des riesigen Angebotes, doch die Schmankerl sollten samt und sonders ihre Abnehmer finden. So hatten die einen ein kulinarisches Highlight und die anderen einen stattlichen Spendenbetrag.
Der Plan: Beim Patrozinium in Langwinkl am Fest Mariä Heimsuchung soll der Spendenbetrag übergeben werden. Hier war der Pater nämlich selbst Zelebrant. Er erinnerte an Maria und Elisabeth, zwei Frauen, die sich aufeinander verlassen konnten. Die Welt sei kein Paradies, mahnte er. „Was wissen wir schon, was andere erleiden?“, fragte er und machte deutlich, dass vieles zum Kreuz werden kann, das getragen werden muss wie etwa Probleme in der Arbeit oder Beziehung, Schuld, Angst, Depression oder Krankheit. Realität sei: „Am Kreuz kommt keiner vorbei“. Es gehe darum, sein Kreuz anzunehmen, aber auch, um an Jesus und seine große Liebe zu glauben. Und es gehe darum, zu versuchen, anderen beim Tragen des Kreuzes zu helfen. „Geteiltes Leid ist halbes Leid“, betonte Pater David.
Da bekam die Scheckübergabe am Ende des Gottesdienstes eine besondere Symbolkraft. 1600 Euro konnte Emma Schwarzbauer mit weiteren Angehörigen der Supertruppe übergeben. Sie dankte allen Helfern, Sponsoren und Unterstützern, aber natürlich auch den vielen Gästen, die kamen. Pater David Gabriel bedankte sich herzlich. Bisher seien im Pfarrverband schon rund 16.000 Euro für das Projekt gesammelt worden. Ein Projekt, das nichts anderes will, als Menschen beim Tragen ihres Kreuzes zu helfen.
Text: Viktor Gröll
