Damit gehörte man zu den absoluten Vorreitern in der Diözese. Heute hat sich die Firmung mit 16 — und damit die bewusste Entscheidung der jungen Christinnen und Christen — längst durchgesetzt. Der Pfarrer von damals hieß Dr. Wolfgang Schneider. Heuer kehrte er als Domkapitular und im Auftrag von Bischof Dr. Stefan Oster als Firmspender zurück.
Am Pfarrheim Bruder Konrad sammelten sich Firmlinge, Paten und die Geistlichen, um gemeinsam in die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt einzuziehen. Pastoralreferentin Teresa Aigner — ihr oblag zusammen mit den ehrenamtlichen Firmhelferinnen Selina Hofer, Sophia Ruf und Anna-Lena Stinglwagner einmal mehr die Firmvorbereitung — übernahm die Begrüßung. „Schön, wieder einmal hier zu sein“, sagte Domkapitular Dr. Wolfgang Schneider sichtlich erfreut. „Ich habe ein paar Jahre etwas Gras über die Sache wachsen lassen“, schmunzelte er gut gelaunt, um dann aber sofort auf das eigentliche Thema einzuschwenken. Nichts weniger als ein Fest der Begegnung mit Jesus kündigte er an. Es sei tiefster Herzenswunsch Jesu, „dass Ihr gestärkt werdet“, wandte er sich an die Firmlinge.
In seiner Predigt ging er dann intensiv auf die Jugendlichen ein. „Wie geht es“, fragte er. Oft höre man „Passt scho“ als Antwort. Man müsse aber auch mit Antworten umgehen können, die nicht so moderat sind. Er schaute tief in eine Trendstudie, in der 2000 14- bis 19-Jährige befragt wurden. „Was belastet euch“, fragte Schneider weiter und lieferte die Antworten aus der Studie: Stress, Erschöpfung, Selbstzweifel, Antriebslosigkeit. „Was wünscht ihr euch“ war die nächste Frage. Auch hier kamen die Antworten prompt: Geld, Familie, Gesundheit. Schneider übersetzte das in Sicherheit, Zugehörigkeit, Stabilität und die Gewissheit, im Ernstfall gut aufgehoben zu sein, „zu wissen, wo man ein offenes Ohr findet und sein kann, wie man ist“. Für die Jugendlichen hatte Wolfgang Schneider ein Angebot parat: „Im Glauben ist man unendlich gut aufgehoben — im Fall der Freude, aber auch, wenn es ernst ist“, betonte er. Manche hätten ein persönliches Glaubensbekenntnis gemacht. Wer es nicht getan hat, den lud Schneider ein, es zu tun und dabei die eigene Lebens- und Welterfahrung einfließen zu lassen — mutige Schritte, aber auch Stress und Selbstzweifel. „Ich glaube, dass ich bei Jesus gut aufgehoben bin — in eigenen Worten“, so Schneider. Jesus gebe zwei Versprechen.
„Wir werden in dir wohnen. Du bist selbst ein Zuhause für Gott“. Und: „Der Heilige Geist wird dein Herz öffnen, wird es weit machen für Gott, für Mitmenschen und für dich selbst“. Bei der Firmung würden die Firmlinge beide Versprechen erfahren. „Jesus bittet dich, dass du die Versprechen ernst nimmst“, sagte der Geistliche. „Auch durch dich können Menschen erfahren, dass sie über jedes menschliche Maß hinaus bei Gott gut aufgehoben sind“, betonte er.
Nach dem Glaubensbekenntnis knieten die Firmlinge dann für ein kurzes Gebet nieder. Dann spendete Domkapitular Dr. Wolfgang Schneider das Firmsakrament. Dafür dankte Pfarrer Hans Heindl am Ende des Gottesdienstes. Schneider sei immer herzlich willkommen, betonte er. Der Dank des Pfarrers galt auch Pastoralreferentin Teresa Aigner, Anna-Lena Stinglwagner, Sophia Ruf und Selina Hofer für die Vorbereitung, Mesnerin Katharina Wagmann, allen Ministranten aus dem ganzen Pfarrverband sowie dem Kirchenchor Hirschbach unter Leitung von Barbara Haslinger — sie war auch Organistin — für die musikalische Umrahmung.
Das letzte Wort hatte dann noch einmal Domkapitular Dr. Wolfgang Schneider. Er nahm sich zuvor viel Zeit für persönliche Gespräche mit den Jugendlichen und ihren Patinnen und Paten. Viele, wahrscheinlich sogar die meisten von ihnen kannte er ja noch aus seiner Zeit als Pfarrer in Bad Birnbach.
Schneider zeigte sich beeindruckt und höchst erfreut zugleich. „Mir geht das Herz auf“, sagte er und sah viel Gutes in den jungen Leuten, denen er zurief: „Lebt es, wir brauchen euch“.
- Viktor Gröll



