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BB 2020 Pfarrkirche Foto: Nadja Girse

Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt

Was jedem Besucher von Bad Birnbach bei seiner Anfahrt als erstes auffällt, ist die mächtige Pfarrkirche, die die Alte Hofmark und das Badezentrum überragt.

Geschichte

Erst­mals ist im 9. Jahr­hun­dert eine Kir­che in Birn­bach erwähnt. In einer Urkun­de der Zeit von 818838 wird von einer Una basi­li­ca ad Perin­pah“ berich­tet. Durch die­se Kir­che, die sicher anfangs nur aus Holz errich­tet war, wur­de Birn­bach zum Mit­tel­punkt einer Pfar­rei glei­chen Namens. Nach­weis­lich jedoch wird die­se erst um 1200 urkund­lich bestätigt. 

Um 1160 wird die Birn­ba­cher Kir­che vom Pas­sau­er Dom­de­kan Ruber­tus als sei­ne Kir­che bezeich­net. Er war offi­zi­ell zugleich Pfar­rer von Birn­bach und die Kir­che in Birn­bach dem Pas­sau­er Dom­ka­pi­tel zuge­hö­rig. Dies wird einem ver­ständ­lich, wenn man die ers­te urkund­li­che Erwäh­nung Birn­bachs beach­tet, die besagt, dass am 24. Juni 812 Ruman und Geb­hard, zwei Edel­freie, ihr Ver­mö­gen in Birn­bach an die Pas­sau­er Bischofs­kir­che über­ge­ben haben. 

Im Jah­re 1241 ist der ers­te nament­lich bekann­te Pries­ter von Birn­bach auf­ge­führt; es war der Magis­ter Chu­no, Notar des Pfalz­gra­fen Rapo­to von Orten­burg. Seit die­sem Zeit­punkt sind die Pfar­rer von Birn­bach fast lücken­los nament­lich bekannt.

Die heu­ti­ge spät­go­ti­sche Pfarr­kir­che Maria Him­mel­fahrt wur­de 1483 erbaut und muss­te im Jahr 1675 nach einem Brand erneu­ert wer­den. 1695 wur­den von Hof­mark­s­herrn Frei­herr von Schmid die Reli­qui­en des hei­li­gen Chry­san­thus aus Rom nach Bad Birn­bach gebracht. 1734 lies Cas­par von Schmid die Chry­san­thi­ka­pel­le im Roko­ko-Stil, ver­mut­lich als Grab­ge­le­ge für sei­ne Fami­lie gedacht, anbauen. 

Bereits 1706 beschä­dig­te eine Feu­ers­brunst den an der Süd­sei­te posi­tio­nier­ten Kirch­turm so stark, dass die­ser bis auf zwei Gescho­ße abge­tra­gen und schließ­lich 1772 ganz abge­baut wur­de. Er wur­de 1828 durch einen klas­si­zis­ti­schen, 42,15 Meter hohen Turm an der Ost­sei­te ersetzt. 

Im Lau­fe der Zeit ver­än­der­te die Pfarr­kir­che ihr Aus­se­hen. So wur­de in den 1880er Jah­ren der Innen­raum im Stil der Neo­go­tik gestal­tet. Aus die­ser Zeit stammt auch der Hoch­al­tar, der die Krö­nung Mari­ens zeigt. Im Lau­fe der Zeit änder­te sich jedoch das ästhe­ti­sche Emp­fin­den. So wur­de bei einer Innen­re­no­vie­rung 1949 unter Pfar­rer Peter der Über­schwang der Neo­go­tik zurück­ge­nom­men und die heu­ti­ge spät­go­ti­sche Farb­fas­sung geschaffen. 

Von 2012 bis 2014 wur­de in zwei Abschnit­ten eine umfas­sen­de Innen­re­no­vie­rung durch­ge­führt. Die Kir­che erstahlt seit­her wie­der in fri­schen Far­ben, mit neu­en Kir­chen­stüh­len und Ein­gangs­tü­ren sowie einer neu­en Hei­zung und Beleuch­tung. Zudem wur­den von den fünf Kir­chen­glo­cken drei Stahl­glo­cken durch neue Bron­zeglo­cken ersetzt. Mit den bei­den vor­han­de­nen Bron­zeglo­cken ergibt sich nun ein wie­der wohl­klin­gen­des Gesamtbild.

Hochaltar

Der Hoch­al­tar wur­de 1887 von Pfar­rer Paul Sam­me­rey­er aus Triftern anläss­lich sei­nes 35-jäh­ri­gen Pri­miz­ju­bi­lä­ums in sei­ner Hei­mat­pfar­rei Birn­bach gestif­tet. Der neu­go­ti­sche Altar erhebt sich in kla­rer Drei­tei­lung von Pedrel­la, Reta­bel mit Haupt­ni­sche und Sei­ten­kom­par­ti­men­ten sowie zuoberst das Gesprenge. 

Den Mit­tel­punkt des gan­zen Altar­wer­kes bil­det das Reli­ef Mariä Krö­nung“. Die Sze­ne­rie wird umrahmt von Engeln und Gott­va­ter. Seit­lich des Altar­re­li­efs haben in zwei gewölb­ten Nischen links der hl. Johan­nes Nepo­muk und rechts der hl. Franz Xaver ihren wür­de­vol­len Platz erhal­ten. Mit den Evan­ge­lis­ten­fi­gu­ren dar­über beginnt bereits der Auf­bau des fein­glied­ri­gen Spreng­werks, an des­sen Spit­ze der Engels­fürst Micha­el wacht. Beglei­tet wird er von den bei­den Erz­engeln Raf­fa­el und Gabri­el, die jeweils neben ihm Platz gefun­den haben.

Marienkapelle

Die Mari­en­ka­pel­le birgt mit der neu­go­ti­schen Dar­stel­lung Mari­as mit dem Leich­nam Jesu Chris­ti und den Hei­li­gen Leon­hard und Franz von Assi­si den Mit­tel­punkt des ursprüng­lich 1891/92 hier auf­ge­stell­ten Muttergottes-Altars. 

Gegen­über befin­det sich ein über­le­bens­gro­ßes Barock­kreuz aus dem frü­hen 18. Jahr­hun­dert. Links und rechts davon erin­nern Gedenk­ta­feln an die in den bei­den Welt­krie­gen gefal­le­nen Mitbürger. 

Etwa in der Mit­te der Mari­en­ka­pel­le steht der neu­go­ti­sche Taufstein.

Chrysanthikapelle

An der Nord­sei­te des Kir­chen­schif­fes ließ der Hof­mark­s­herr Frei­herr von Schmid 1734 die jet­zi­ge Chry­san­thi­ka­pel­le anbau­en, ver­mut­lich als Grab­ge­le­ge für sei­ne Fami­lie. Hin­weis dar­auf ist eine Kar­tu­sche mit dem Ehe­wap­pen der Frei­her­ren von Schmid-Echin­gen zu Balz­heim über dem Triumphbogen. 

Die­se Sei­ten­ka­pel­le beher­bergt die Reli­qui­en des Kata­kom­ben­hei­li­gen Chry­san­thus aus Rom, die auf Bit­ten des Frei­herrn von Schmid 1695 vom Klos­ter St. Sal­va­tor nach Birn­bach über­führt wur­den und zunächst in der Mit­te des Pres­by­te­ri­ums ihren Platz fanden. 

Bei der Reno­vie­rung 1949 hat­te man den Reli­qui­en­schrein des hl. Chry­san­thus der Pfar­rei Wal­lers­dorf über­eig­net. An sei­ne Stel­le wur­de die Bru­der Kon­rad Sta­tue gestellt. 

Am 25. Okto­ber 1976 wur­den jedoch die Reli­qui­en wie­der zu ihrem ursprüng­li­chen Platz zurück­ge­führt und befin­den sich seit dem in einem Glassarkophag.

Kanzel

Die Kan­zel, die im glei­chen Stil und in glei­cher Fas­sung wie der Hoch­al­tar gehal­ten ist, wur­de 1888 auf­ge­stellt. Sie zeigt an den vier frei­en Sei­ten die vier evan­ge­li­schen Gleich­nis­se, vom guten Hir­ten, der Berg­pre­digt, dem rei­chen Fisch­fang und dem Sämann. Der Hin­ter­grund an der Dar­stel­lung des Sämanns zeigt sin­ni­ger­wei­se die Birn­ba­cher Kir­che mit dem ehe­ma­li­gen Maria-Ward-Klos­ter. Das gesam­te Werk ist von gro­ßer Schönheit.

Empore und Orgel

Am west­li­chen Ende der Kir­che befin­det sich die zwei­ge­schos­si­ge Empo­re mit der Orgel. 

Das ers­te Stock­werk ver­fügt über 100 Sitz­plät­ze und wird tra­di­tio­nell über­wie­gend von den männ­li­chen Got­tes­dienst­be­su­chern in Anspruch genommen. 

Seit 1970 erklingt von der obers­ten Empo­re die Eisen­barth-Orgel aus Pas­sau. Die Brüs­tun­gen sind jeweils mit neu­go­ti­schem Blend­maß­werk geziert.

Patrozinium

Das Patro­zi­ni­um der Pfarr­kir­che Mariä Him­mel­fahrt wird am 15. August gefeiert. 

BB 2021 Firmung Foto: Viktor Gröll
Firmung in Bad Birnbach