Zum einen hat der langjährige Kirchenpfleger Rudolf Probst die Stephanusplakette und damit die höchste Auszeichnung für Laien im Bistum erhalten, zum anderen wurde Mesnerin Maria Huber in den Ruhestand verabschiedet. Beide verbindet, dass ihre Arbeit längst als Lebensleistung in die Geschichte der kleinen Pfarrei eingegangen ist.
Pfarrer Hans Heindl zelebrierte mit Pater David Gabriel den Gottesdienst. Auch Pastoralreferentin Teresa Aigner sowie Mitarbeitende aus dem Sekretariat waren gekommen. Der Kirchenchor unter Leitung von Organistin Brigitte Reisböck, Christoph Kühn (Geige), Michael Reisböck und Jonah Groß (Trompete) sorgten für die musikalische Umrahmung. Die Laudatio für Rudolf Probst teilten sich Pfarrer Hans Heindl und Teresa Aigner.
Der Geehrte war vom 1. Januar 1989 bis 31. Dezember 2024 36 Jahre lang „mitsorgendes, anpackendes Kirchenverwaltungsmitglied und ab 2007 ein hervorragender, umsichtiger Kirchenpfleger für die Kirchenstiftung Kirchberg“, betonte Hans Heindl. „Was wir selber machen können, brauchen wir nicht bezahlen“, sei stets sein Motto gewesen – eine wichtige Einstellung für eine kleine Pfarrei wie Kirchberg, deren finanzielle Mittel immer begrenzt seien.
Teresa Aigner bezeichnete Rudolf Probst in Funktion eines Kirchenpflegers als Glücksfall, „weil er ein sehr vielseitiger Mensch ist – ein Bindeglied zwischen Jung und Alt, vorausschauend bei den Finanzen, handwerklich geschickt in sehr vielen Bereichen“. Als Beispiele führte sie die große Innen- und Außenrenovierung der Pfarrkirche und das Verputzen der Friedhofsmauer an. Im Zuge der Renovierung des Kirchberger Pfarrhauses wurden im ganzen Haus eine Zentralheizung eingebaut sowie alle Fenster und Haustüren erneuert. Im Haus wurde eine Mietwohnung eingerichtet, dazu ein kleines Pfarrheim für die Veranstaltungen der Pfarrei und ein Raum für die Ministrantengruppe. Ebenso unter seiner Regie wurden der Zugang und der Vorplatz zum Pfarrheim gepflastert. Auch die Pflege des dazugehörigen Gartens sei ihm stets ein Anliegen gewesen.
Pfarrer Heindl erinnerte an die vielen kleinen Hausmeistertätigkeiten in der Pfarrkirche, am Friedhof und im Pfarrheim, die er quasi nebenbei erledigte. Unterstützung habe er immer von seiner Frau Marianne erhalten. Teresa Aigner wies auf den Einsatz von Rudolf Probst bei der Renovierung der Kapelle Lackermann hin, und auch die Sigl-Kapelle wurde unter anderem Dank seiner Hilfe außen neu verbrettert und innen verputzt. Bis heute hilft er bei der Kapellenpflege. Trotz Krankheit organisierte er den Abbau der alten und den Bau der neuen Kirchhofmauer und arbeitete, so gut es ging, selber mit.
Bei den jährlichen Pfarrfesten war Rudolf Probst Organisator und Ansprechpartner. Stets habe er die Arbeit der Ehrenamtlichen gewürdigt, die ihren Teil zur lebendigen Pfarrgemeinde beitragen. Daher war ihm auch die Weiterführung des jährlichen Ehrenamtsdankessens im Pfarrheim ein Anliegen, das stets gut angenommen werde. Der Stabwechsel in der Kirchenverwaltung erfolgte 2025, als Johann Georg Venus seine Nachfolge übernahm. Neben ihm sind Franz Baumgartner, Christoph Kühn und Paul Reisböck seither in der Kirchenverwaltung tätig.
Die Laudatio auf Maria Huber oblag dem PGR-Vorsitzenden Armin Hölzl. Als glückliche Fügung bezeichnete er den Umstand, dass die geborene Maria Dobler aus Haberling bei Hirschbach 1970 von Georg Huber sen. vor den Traualtar geführt wurde und seither zur Pfarrei Kirchberg gehört. „Maria war ein Segen für die Pfarrei“, sagte er. Ihr Mann Georg war 30 Jahre Kirchenpfleger. „Sie wusste, was gebraucht wird und wo etwas fehlt und war mit Rat und Tat dabei“. Der damaligen Mesnerin Lotte Zwiefelhofer habe sie stets unentgeltlich als Mesnerin ausgeholfen. Selbstverständlich half sie immer, etwa bei der Weihnachts-Dekoration, Erntedank, Kirchenpflege und Festlichkeiten. Auch beim Pfarrfest half sie mit. Viel zu tun gab es, als das Pfarrhaus komplett umgebaut wurde. Maria Huber arbeitete mit oder versorgte die ehrenamtlichen Arbeiter mit Schmalzgebackenem. Ganz ähnlich war es bei der Renovierung der Kirche. Seit vielen Jahren gestaltet die Familie Huber zudem einen schönen Fronleichnamsaltar. „So können wir unsere Prozession nach Obertattenbach durchführen“, sagte Hölzl. Bei Beerdigungen schreibe sie Messen und Ämter auf. Seit 2018 ist Maria Huber zusammen mit zwei weiteren Frauen in den Mesnerdienst eingetreten. Nun, nach vielen Jahren, ist sie in den Ruhestand gegangen. Ihr galt ein herzliches „Vergelt’s Gott für eine große Lebensleistung zugunsten der Pfarrei Kirchberg, in der die Welt noch in Ordnung ist“. Sowohl für Rudolf Probst, als auch für Maria Huber brandete großer Applaus auf.
– Viktor Gröll



