„Erster!“ Das hat ziemlich sicher jede und jeder von uns schon einmal gerufen oder heimlich gedacht. Was aber ist eigentlich so toll daran, Erster zu sein?
Oft ist es verbunden mit einem guten Gefühl, wenn man denkt, man sei besser als andere. Und während zuvor bereits bei der Lesung aus dem Lukas-Evangelium auf dieses Thema eingegangen wurde, erzählten anschließend die Kinder, die den Gottesdienst mitgestaltet haben, den Mitfeiernden, warum sie der Meinung seien, für ihre Leistungen bzw. ihr Verhalten eigentlich eine Goldmedaille verdient zu haben. Jedoch gab es unter ihnen auch ein Mädchen, das sich schlecht fühlte, weil es eben all die positiven Eigenschaften nicht hätte, mit denen sich die anderen zuvor hervortaten. Es hatte seine Gummibärchen lieber allein gegessen, anstatt sie mit anderen zu teilen, erzählte das Mädchen und stellte sich deshalb die Frage, ob es überhaupt gut genug sei und ob Gott sie trotzdem mögen würde. Es machte sich klein und schämte sich. Kurz darauf erfuhr es aber dann, dass wir alle sicher sein könnten, dass unser Wert sich nicht an anderen messen lasse.
Wir alle seien einzigartig und Gott würde jeden Menschen lieben — so wie er ist. Keiner sei weniger wertvoll als der andere. Und wie das aussieht, dass wir vor Gott alle auf einer Stufe stehen, zeigten die Kinder den Gottesdienstbesuchern dann letztendlich auch ganz deutlich.
Zum Zeichen der Verbundenheit versammelten sich alle Kinder später auch zum Vaterunser um den Altar. Für ihre aktive Mitgestaltung — auch beim Lesen der Kyrierufe und Fürbitten — erhielten die Kinder abschließend ein großes Lob, denn bei ihnen ist immer auch ein bisschen Aufregung mit im Spiel.
Ein herzlicher Dank richtete sich in den Pfarreien auch an die Familiengottesdienst-Teams für die Vorbereitung und an alle, die die Gottesdienste musikalisch begleitet haben.
Beim Verlassen der Kirchen erhielten die Besucher je eine Goldmedaille aus Schokolade, weil es ziemlich sicher bei jedem etwas gibt, für das er diese verdient hat.
- Karin Vogel



